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Von Walfängern, Varietés und Ringkämpfern...


... weiß das Schanzenviertel, in dessen Zentrum unsere Apotheke gelegen ist, eine bewegte Geschichte zu erzählen. Das Quartier umfasst das Gebiet zwischen Schanzenhof, Neuem Pferdemarkt und Sternbrücke. Hauptschlagader und Kernstraße des Viertels ist das so genannte Schulterblatt. Um 1700 wohnten in dieser Gegend die Hamburger Walfänger und daher rührt auch der kuriose Name der Straße: Als Erkennungszeichen hängte der Wirt des Wirtshauses "Zum Schulterblatt" das Schulterblatt eines Walfisches vor die Eingangstür. Das Hamburger Wappen zeigt Richtung Schanzenstrasse. Vor allem ärmere Bevölkerungsschichten wie Hafenarbeiter fanden hier ihr zu Hause. Da das Schulterblatt zum einen Teil zu Hamburg und zum anderen Teil zu Altona und Preußen gehörte, wie noch heute ein Wappen an der Ecke Neuer Pferdemarkt und Schulterblatt bezeugt, siedelten sich auf der zum Altonaer Gebiet gehörigen Straßenseite jüdische Geschäfte an, wo man eine wesentlich tolerantere Judenpolitik verfolgte. Außerdem waren die Wohnungen hier günstiger als im teureren Grindelviertel am Rothen Baum. Zum Neuen Pferdemarkt, früher ein baumbestandenes Rondell, führten die Bauern aus dem Umland ihre Pferde, um diese zum Verkauf anzubieten. Hinter dem Markt befand sich ein großer Garten, in dem Carl Hagenbeck 1874 seinen berühmten "Thierpark" eröffnete und dem Publikum neben den Tieren auch Menschen aus fremden Ländern vorführte. Da sich damals kaum jemand das Reisen leisten konnte, waren die zur Schau gestellten Eskimos, Lappen, Feuerländer und Somalier eine Sensation. Zwischen Neuem Pferdemarkt, Sternstraße Lagerstraße und Augustenpassage erinnert noch heute ein steinerner Löwenbrunnen an die Zeit bevor Hagenbeck 1907 nach Stellingen zog und der Staat auf diesem Gelände die Volksschule Ludwigstraße bauen ließ.

Zur gleichen Zeit wie Hagenbeck siedelten sich vor etwa 150 Jahren zahlreiche Vergnügungsetablissements an, die zumeist von Gästen aus dem Kleinbürgertum frequentiert wurden, so dass das Schulterblatt um die Jahrhundertwende zu einer der exklusivsten Flaniermeilen der Stadt wurde. Spezielle Läden für Damen wie Hutgeschäfte und Konfektionshäuser drängten sich dicht aneinander, während die Straße von Pferdekarren, Lastträgern und Radfahrern bevölkert war.  Noch bis zum Zweiten Weltkrieg stand in der Eimsbütteler Chaussee das zu Beginn des Jahrhunderts errichtete Kaufhaus von Carl Bucky.

Das Herz des Schulterblattes befindet sich noch heute in der Nummer 71: die so genannte "Rote Flora". Das Varietétheater wurde im Jahre 1888 errichtet und war Konzertsaal und Bühne für Künstler und Schlagerstars. Im Kaffeegarten amüsierten sich die reicheren Herren in Begleitung ihrer Damen. In den 30er Jahren fanden dort auch Boxkämpfe und Ringerturniere statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente sie zunächst als Operettentheater und in den 50er Jahren wurde der Bau für Filmvorführungen in ein Kino umfunktioniert. Das Kinosterben bedeutete auch für die Flora das vorläufige Ende als Unterhaltungsstätte. Eine Hamburger Kaufhauskette für Haushaltswaren übernahm das Haus und ließ es verfallen.

Im Jahre 1988 gab der Senat die 6000 Quadratmeter große Fläche dem Produzenten Fritz Kurtz frei, der hier einen baulichen Rahmen für das Musical "Phantom der Oper" schaffen wollte. Bis auf die Vorderfront war das ursprüngliche Gebäude mit samt der für die Pariser Weltausstellung 1889 erschaffenen Stahl-Glas-Halle von Gustave Eiffel bereits abgerissen und die Baugrube ausgehoben worden, als der anhaltende Protest der Anwohner das Bauvorhaben schließlich stoppen konnte. Man befürchtete Mietpreiserhöhungen für das gesamte Viertel. Die Neue Flora wurde schließlich an der Ecke Alsenstraße und Stresemannstraße gebaut. Das, was nach einem Brand im November 1995 noch von dem Gebäude übrig geblieben ist, wurde zum autonomen Stadtteilzentrum "Rote Flora" erklärt. Dank dieser Initiative finden dort heute wieder zahlreiche alternative Veranstaltungen statt.

Das jüdische Leben im Schanzenviertel fand im Zuge des nationalsozialistischen Regimes sein Ende: Die jüdischen Mitmenschen wurden vertrieben, deportiert und die zahlreichen jüdischen Geschäfte mussten sehr günstig an so genannte Arier zwangsverkauft werden. In den letzten Juli-Tagen des Jahres 1943 zerstören die zahlreichen niedergehenden Bomben, vollends das Bild des Quartiers. Obwohl der Schaden im Verhältnis zum Rest der Stadt noch gering war, blieb im oberen Schulterblatt und in den angrenzenden Seitenstraßen kaum ein Haus stehen. Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges blühte in den Seitenstraßen der Schwarzmarkthandel. Auch weiterhin blieb das Schanzenviertel ein Arbeiterviertel. Das änderte sich grundlegend erst mit der Schließung des Pferdemarktes und der Einführung des Autos als Transportmittel. Noch bis in die 60er und 70er Jahre bestimmte das produzierende Gewerbe den Charakter "der Schanze". In den späten 80er Jahren zogen die Füllerfabrik Montblanc und die Gewürzfirma Laue fort und zuletzt hat 1996 der nahe gelegene Schlachthof seine Pforten geschlossen. Der alte Schlachthof wurde zum Kulturzentrum umgebaut.

Trotz allem hat sich das Schanzenviertel seinen Charme und einen gewissen Dorfcharakter bewahrt, und noch heute findet sich am Schulterblatt alles, was man zum Leben braucht: Zahlreiche kleine Geschäfte, exotische Restaurants, nette Cafés und Kneipen laden zum Bummeln ein. Das Treiben auf dem Schulterblatt ist bunt und multikulturell. Es wird zunehmend durch die wachsenden neuen Medienfirmen geprägt, die sich hier ansiedeln.

Tatjana Timoschenko

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